Customer Centricity: The Most Overused Term In Business?

Why many companies claim to be customer-centric while continuing to organize themselves around everything but the customer.

Few management concepts have achieved the popularity of customer centricity. Every annual report talks about it. Every strategy presentation references it. Every leadership team claims it. And almost every company would describe itself as customer-centric.

von Daniel Ohr

Wenn Customer Centricity jedoch tatsächlich so weit verbreitet wäre, stellt sich eine einfache Frage: 

Warum fühlen sich dann so viele Kunden nach wie vor nicht verstanden? 

Die Antwort ist unbequem. 

In vielen Unternehmen ist Customer Centricity eher ein Zielbild als ein tatsächliches Betriebsmodell. Unternehmen sprechen über Kunden, organisieren sich jedoch selten konsequent um Kunden. Stattdessen dominieren Produkte, Kanäle, Regionen, Funktionen, Prozesse, Budgets und Verantwortlichkeiten die tägliche Steuerung. 

Genau hier entsteht ein grundlegender Widerspruch. 

Der Kunde erlebt ein Unternehmen als Ganzes. Die Organisation selbst besteht jedoch aus einer Vielzahl von Abteilungen, Prozessen, Berichtslinien und Einzelzielen. Während Kunden eine einfache und konsistente Erfahrung erwarten, entstehen intern häufig Komplexität, Silodenken und konkurrierende Prioritäten. 

Die Folge ist, dass Unternehmen intern immer effizienter werden, gleichzeitig aber Reibungsverluste für Kunden erzeugen. 

Besonders sichtbar wird dies immer dann, wenn Kundenpotenziale bereichsübergreifendes Handeln erfordern. 

In vielen Unternehmen identifizieren CRM-Teams attraktive Kundengruppen, Analytics-Teams erkennen Wachstumspotenziale und Marketing entwickelt überzeugende Konzepte. Die Erkenntnisse sind häufig richtig. Die Business Cases oft offensichtlich. 

Wert entsteht jedoch erst dann, wenn Vertrieb, Produktmanagement, Pricing, Operations und Management gemeinsam handeln. 

Und genau an diesem Punkt verlieren viele Customer-Centricity-Initiativen an Wirkung. 

Nicht weil das Kundenverständnis fehlt. 

Sondern weil niemand den Kunden wirklich übergreifend verantwortet. 

Eine der großen Ironien des modernen Kundenmanagements besteht darin, dass Customer Centricity häufig wie eine Abteilung behandelt wird. 

Ein CRM-Team. 

Ein Customer-Experience-Team. 

Ein Chief Customer Officer. 

Eine Kundeninitiative. 

All diese Funktionen können wichtig sein. Kundenorientierung selbst lässt sich jedoch nicht delegieren. 

Sie ist keine Organisationsfunktion. 

Sie ist eine Managementphilosophie. 

Denn Kunden erleben keine Abteilungen. 

Sie erleben Unternehmen. 

Genau deshalb entfalten viele Kundeninitiativen nicht die gewünschte Wirkung. 

Unternehmen investieren erhebliche Ressourcen in Kundenbefragungen, Customer Journeys, Net Promoter Scores, Customer-Experience-Programme und Customer Analytics. All diese Instrumente können wertvolle Erkenntnisse liefern. Kundenorientierung entsteht dadurch jedoch nicht automatisch. 

Customer Centricity entsteht erst dann, wenn Kundenverständnis die Entscheidungen beeinflusst, die den Unternehmenserfolg tatsächlich bestimmen. 

Produktentscheidungen. 

Preisentscheidungen. 

Serviceentscheidungen. 

Investitionsentscheidungen. 

Und strategische Entscheidungen. 

Die Unternehmen, die Kundenorientierung wirklich beherrschen, haben meist eine Gemeinsamkeit. 

Ihre Führungsteams verbringen überdurchschnittlich viel Zeit damit, Kunden zu verstehen. 

Nicht Kunden-KPIs. 

Kunden. 

Ihre Motive. 

Ihre Frustrationen. 

Ihre Erwartungen. 

Ihr zukünftiges Potenzial. 

Und die Chancen, die im Kundenstamm verborgen liegen. 

Diese Unternehmen verstehen, dass Kundenorientierung nicht die Aufgabe einer einzelnen Abteilung ist. Sie ist eine Art zu entscheiden. 

Im Zeitalter von AI wird dieser Unterschied sogar noch wichtiger. 

Technologie macht es einfacher denn je, Kundendaten zu sammeln, Insights zu generieren, Interaktionen zu automatisieren und Kommunikation zu personalisieren. Viele analytische Hürden der Vergangenheit verschwinden zunehmend. 

Doch wenn Kundenverständnis einfacher wird, gewinnt eine andere Herausforderung an Bedeutung: 

Auf Basis dieses Verständnisses zu handeln. 

Die Unternehmen, die in den kommenden Jahren Wettbewerbsvorteile schaffen werden, sind nicht zwangsläufig diejenigen mit den meisten Kundendaten oder den leistungsfähigsten AI-Lösungen. 

Es werden die Unternehmen sein, die Kundenverständnis konsequent in Handlungen übersetzen. 

Customer Centricity bedeutet deshalb nicht, eine Kundenabteilung zu besitzen. 

Es bedeutet nicht, Kundenbefragungen durchzuführen. 

Und es bedeutet nicht, kundenorientierte Leitbilder zu formulieren. 

Customer Centricity bedeutet, dass Kundenverständnis konsequent die Entscheidungen beeinflusst, die das Unternehmen prägen. 

Denn Unternehmen werden nicht kundenorientiert, wenn sie über Kunden sprechen. 

Sie werden kundenorientiert, wenn sie sich konsequent an der Schaffung von Kundenwert ausrichten.